Ein subjektiver Blick in Gemeinde und Kommunalpolitik von Erika Reußwig

In der Evolution gibt es viele treffende Beispiele dafür, was passiert, wenn man sich nicht rechtzeitig und ausreichend nötigen Veränderungen zumindest anpasst. Am bekanntesten ist das Schicksal der Dinosaurier. Genau deshalb sind sie nämlich ausgestorben.

Wer gestern Abend die Haushaltsberatungen in der Gemeindevertretung verfolgt hat, konnte genau diesen Effekt in Natura beobachten: Jeder weiß und sagt, dass der vorgelegte Haushalt erneut zumindest – sagen wir es sehr, sehr höflich – suboptimal ausgefallen ist. Alle beschweren sich über die Situation und befürchten Konsequenzen. Aber keiner tut etwas, um die mehr als angespannte Lage nachhaltig positiv zu beeinflussen: Es gibt keine grundlegende Neuorientierung, noch nicht einmal eine minimale Anpassung – NIX. Und letztlich stimmen dem Katastrophen-Paket dann fast alle einfach wieder zu. Toll, wie schnell wir das unliebsame Thema vom Tisch hatten, oder? Uff, geschafft. Fertig.

Alternativlos? Ich frage mich oft, warum das so läuft. Kein Mut? Keine Kraft? Keine Ideen? Keine Konzepte? Keine Perspektive? – Oder arrangiert man sich mit dem Status quo, weil er für alle Beteiligten irgendwie doch praktisch ist, sich alle damit gut eingerichtet haben und sie ihr Stück vom Kuchen abkriegen?

Ernsthafte Folgen unseres fehlenden Handelns sind derzeit noch nicht direkt spürbar. Wird vielleicht darauf vertraut, dass ein Gemeinwesen nicht pleite gehen kann? Im Zweifel werden Steuern und Gebühren wieder und wieder erhöht. Oder es werden kurzzeitig wirkende alte Rezepte angewendet, wie z. B. neue Baugebiete, deren unabsehbare negative Folgen erst in der Zukunft zu Tage treten werden.

Solange die Bürger diese Wirtschaft dulden, geht die Rechnung scheinbar auf. Woanders würden die Leute in Scharen auf die Straße gehen. Bei uns muckst sich keiner, wenn ganz offensichtlich Murks gemacht wird. Warum ist das so? Die Starken kommen ja auch meistens durch. Das sind oft die Menschen, die ihren Ansprüchen energisch Nachdruck verleihen können. Aber schauen wir z. B. nach Griechenland, wie es den schwächeren Gliedern der Gesellschaft dort ergeht.

Was wir hier in Freigericht derzeit tun, oder besser gesagt eben nicht in Angriff nehmen, wird sich an unseren Kindern und deren nachfolgenden Generationen bitter rächen. Weitere Schulden sind unsozial! Es ist zum VERZWEIFELN!

Es verblüfft mich immer wieder, wie dann alle politischen Kräfte zusammenhalten, um irgendwelche Scheinlösungen als halbwegs logisch zu präsentieren. Wer das Märchen „Des Kaisers neue Kleider“ kennt, der weiß, was ich meine. Erst ein kleines Kind muss die Wahrheit erkennen und deutlich aussprechen: „Aber er ist doch nackt!“

Auch wenn es anscheinend niemand bemerken kann oder will:

Freigericht ist splitterfaser-pudel-nackig.

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